Was ist Boxen?


Boxen ist eine der ältesten olympischen Disziplinen. Im Laufe der Zeit hat sich entsprechend der unterschiedlichen Einstellung der Gesellschaft der Boxsport immer wieder gewandelt.

Dabei wurden auch die Wettkampfregeln immer wieder entscheidend modifiziert und zum Schutze der Athleten die Wettausrüstung geändert / verbessert.

Nach Einführung des Boxhandschuhs in etwa der heutigen Form erst im Jahre 1866 wurde 1983 von der AIBA das Handschuhgewicht für internationale Wettkämpfe von 8 Unzen bis zum Weltergewicht und 10 Unzen bis zum Superschwergewicht festgesetzt, wobei heute alle Wettkampfhandschuhe ein Gewicht von 10 Unzen haben müssen.1984 wurde der Kopfschutz eingeführt. Zahnschutz und Tiefschutz sind zwingend vorgeschrieben, wobei beim Frauenboxen, welches sich langsam etabliert, auch das Tragen eines Brustschutzes möglich ist.

Das oberste Gebot und der oberste Leitsatz für die Kampfrichter im Boxsport ist „der Schutz des Athleten“. Jeder Athlet muss jährlich eine Grunduntersuchung absolvieren und wird vor jedem Wettkampf zudem von einem Arzt auf seine Boxtauglichkeit untersucht.

Keine Veranstaltung darf ohne Ringarzt durchgeführt werden. Die Wettkampfbestimmungen des Deutschen Box-Sport-Verbandes sind so konzipiert, dass aus medizinischer Sicht die Ausübung dieser Sportart nach allgemeiner Ansicht unbedenklich ist. Dabei finden ständig Studien statt um Erkenntnisse über mögliche Verletzungen und deren Verhinderung zu gewinnen.

Danach konnte anhand international anerkannter physikalischer Gesetzmäßigkeiten und Kriterien sowie mittels einer vom IOC und der AIBA getragenen, neuartigen Studie über das Materialverhalten der vorgeschriebenen Wettkampfhandschuhe und Kopfschützer aufgezeigt werden,

  • dass die Einführung des Kopfschutzes einen Faktor zur Reduzierung der Verletzungen im äußeren Gesichts- und Schädelbereich auf 2 % und weniger bei umfangreichen Veranstaltungen und zur Reduzierung denkbarer Schädel-/Hirn-Traumen geführt hat;
  • die Erhöhung des Wettkampfhandschuhgewichts auf 10 Unzen generell einen wesentlichen Schutzeffekt für Hände und Kopf darstellt;
  • die Verwendung neuartiger moderne Materialien zur Herstellung von Kopfschützern und Handschuhen durch höhere Plastizität und geringerer Materialermühdung einen wesentlichen Fortschritt zur Reduzierung der sportartspezifischen Verletzung und zur Minderung der möglichen Gefahren im Schädel-/Hirn-Bereich darstellt.

Es lässt sich nicht leugnen, dass es auch engagierte Gegner des Boxsports gibt, deren Argumente ernstgenommen werden müssen. Boxsport ist ein Kampfsport. Es geht hier nicht um Meter oder Sekunden. Es werden in unmittelbaren Kampf mit einem Gegner Technik, Taktik, Kondition und auch die psychischen Faktoren, wie beispielsweise Mut und der Wille zum Sieg, verglichen. So wichtig gerade die Förderung der vorgenannten Eigenschaften für junge Menschen ist, weil sie den Charakter formen und die Persönlichkeit ausbilden, so notwendig ist es aber auch gerade beim Boxsport, dass dem Nachwuchs klargemacht wird, wie sehr kämpferischer Einsatz ohne Augenmaß schadet. Hier sind die Trainer gefordert.

Sie wissen um ihre besondere Verantwortung für den Amateur Box-Sport. Sie werden in entsprechenden Lehrgängen auf ihre Aufgabe vorbereitet und müssen sich ständig weiterbilden. Ständige ärztliche Kontrolle ist vorgeschrieben und jeder Kampfrichter muss sich im Rahmen einer entsprechenden Ausbildung mit den umfangreichen Vorschriften der Wettkampfbestimmung auseinandersetzen. Auch die Kampfrichter werden ständig überprüft und kontrolliert. Die Wettkampfbestimmungen geben Aufschluss über die Rundendauer bei den verschiedenen Altersklassen. Die Gewichtsklassen sind festgelegt, die Schutzbestimmungen in der Sportart nehmen einen breiten Raum ein. Bevor überhaupt ein Sportler wettkampfmäßig starten darf muss der Athlet eine entsprechende Ausbildung und seine Befähigung zum Wettkampf nachweisen. Auch Mädchen oder Frauen können unter Beachtung der gesonderten Vorschriften Box-Sport betreiben. Näheres ist über die Webseite des Deutschen Box-Sport-Verbandes zum Regelwerk der Wettkampfbestimmungen zu erfahren.