Willkommen im Boxsport


An alle boxbegeisterten Jungen und Mädchen, Damen und Herren,

wenn Ihr Euch für den Box-Sport als Sportart entscheiden wollt, so müsst Ihr Euch darüber klar sein, dass Boxen nicht nur auf die körperliche Dimension reduziert ist, sondern dieser Sport gleichzeitig auch ein großes Potential an anderen Aspekten beinhaltet. Nicht jeder, der sich der Selbstdisziplin des Boxtrainings unterwirft und in einem Sportverein unter verantwortungsvoller Aufsicht diese Sportart erlernt, muss auch wettkampfmäßig diesen Sport betreiben. Es sind viele Aspekte unter denen der Box-Sport betrachtet werden kann. Unser verstorbener damaliger Bundespräsident Johannes Rau hat dieses in einem Grußwort zu den seinerzeitigen 64. Deutschen Amateur-Box-Meisterschaften so formuliert, wie man es auch heute noch unterschreiben kann:

„Es lässt sich nicht leugnen, dass es auch engagierte Gegner des Box-Sportes gibt, deren Argumente ernstgenommen werden müssen. Im Box-Sport geht es ja nicht um Meter oder Sekunden. Hier werden in unmittelbarem Kampf mit einem Gegner Technik, Fitness, Mut und der Wille zum Sieg verglichen. So wichtig gerade die Förderung der beiden letzten Eigenschaften für junge Menschen ist, weil sie den Charakter formen und die Persönlichkeit bilden können, so notwendig ist es auch gerade am Box-Sport, dem Nachwuchs klarzumachen, wie sehr kämpferischer Einsatz ohne Augenmaß schadet. Ständige ärztliche Kontrolle der Boxer ist daher außerordentlich wichtig und wird mit gutem Grund in kaum einer anderen Sportart so strickt gehandhabt. Auch die Trainer und Betreuer wissen um ihre besondere Verantwortung für den Amateur-Box-Sport. Ich begrüße es daher, dass die gemeinsamen Anstrengungen darauf gerichtet sind, den Faustkampf auf eine Sportart zu erhalten, in der es darum geht, sich mit einem anderen Menschen zu messen, ohne dessen Gesundheit zu verletzen und ohne die eigene aufs Spiel zu setzen“.

Diese Gedanken haben auch heute noch ihre Gültigkeit.

Die sozialen Aspekte sind:

  • Generalprävention (Vorbeugung von Gewalt)
  • Sport, Spiel, Bewegung zur körperlichen und motorischen Entwicklung
  • Allgemeine Sozialerziehung (Sozialverhalten, Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz)
  • Stärkung und Stabilisierung des Selbstkonzeptes.

Die sportlichen Erlebnisse innerhalb des Vereinslebens werden Euch zeigen, dass bei dem Erleben von Solidarität und Verantwortlichkeit auch Euer Pflicht- und Selbstbewusstsein wächst. Wem es an Freizeitangeboten fehlt wird hier sozusagen eine Initialzündung erleben und eine Perspektive für seine Freizeit gewinnen. Der persönliche Frust und die Aggressionsbereitschaft wird abgebaut unter entsprechender qualifizierte pädagogischer Betreuung im Rahmen eines gezielten Box-Trainings, wobei sich das Vereinsleben auch auf Spiel, Spaß und Freizeitgestaltung gestreckt.

 

Vielleicht habt Ihr es selbst schon gemerkt oder bei Freundinnen und Freunden erlebt, dass oft der Alltag vom bewegungslosen Konsumieren geprägt ist, dass man die Freizeit mit Fernsehen oder stundenlangem Hocken vor einem Computer verbringt. In diesem erlebnisarmen und bewegungsfeindlichen Wohn- und Lebensraum findet man eine echte Alternative im Sport – wobei es nicht unbedingt der Boxsport sein muss. Im Sportverein findet Ihr die sportlichen und geselligen Angebote, welche, wenn sie entsprechend mit Freude und Verantwortungsbewusstsein verfolgt werden, zur Erreichung folgender Ziele führen:

  • Förderung von Spaß an gemeinsamen sportlichen Betätigungen
  • Erfühlen und Erleben des eigenen Körpers
  • Sensibilisierung der Sinne
  • Anhebung der Frustrationstoleranz
  • Förderung der Kooperationsbereitschaft
  • Erwerb von sozialen Handlungskompetenzen
  • Reduzierung und Kanalisierung von Aggressionen
  • Motivierung zu sportlicher Betätigung, vielleicht auch in einem Wettkampf
  • Entwicklung von Pflicht- und Selbstbewusstsein
  • Steigerung der generellen Motivation
  • Achtung vor den Mitmenschen.

Dabei ist es natürlich wichtig, das der Trainer in einem Boxverein über das entsprechende pädagogische Geschick und das notwendige Einfühlungsvermögen verfügt. Dabei wird kein Trainer unterrichten, der nicht selbst einen entsprechenden Lehrgang absolviert hat.

Wenn dabei von den Vereinsmitgliedern Kritik im positiven oder negativen Sinn geäußert wird, wird diese ein verantwortungsvoller Trainer aufnehmen und auch entsprechend umsetzen. Boxen hat nichts mit Schlägerei zu tun. Ein richtig koordiniertes Training, welches Aggressionen / Gewaltbereitschaft abbaut, wird in den Trainingseinheiten von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktiv erlebt. Selbstdisziplin ist dabei Voraussetzung und wenn die physische und psychische Anstrengung erst einmal erlebt wird, lernt sich der eine oder andere vielleicht zum aller ersten Mal kennen. Über das Training wird ein Bewusstsein von solidarischem Handeln erreicht, das nicht nur die Achtung für den andern entwickelt sondern auch das Gefühl der Zugehörigkeit und des Miteinanders stärkt. Man wird selbstbewusst durch das sportliche Erfolgserlebnis und entdeckt, wie die eigenen motorischen Fähigkeiten entwickelt und ausgebaut werden.

Man erkennt auch die eigenen physischen Grenzen und Möglichkeiten. Erstmals erfährt man vielleicht Bereiche der eigenen Persönlichkeit, die bisher in der Alltagswelt wenig oder gar keine Bedeutung hatten.

Als Mitglied gerade auch in Boxvereinen wird man ausländische Mitbürger kennen lernen und auf diese Weise mithelfen, dass diese sich entsprechend integrieren können und nicht abseits stehen. Man wird Verständnis auch für andere Einstellungen entwickeln. Auch Toleranz ist ein Zeichen von Akzeptanz.

Wenn Ihr also Euch – auch zunächst probehalber – einem Boxtraining anschließen wollt, so wendet Euch vertrauensvoll an einen der Vereine in Eurer Umgebung. (z.B. SV – Menden   ) Dort seht Ihr den Ansprechpartner, der Euch auch über die Trainingszeiten und Trainingsstätten Auskunft geben kann. Sicher werdet Ihr auch an einem Probetraining teilnehmen und damit die Atmosphäre im praktischen Vereinsleben kennen lernen können. Dabei wünsche ich Euch viel Spaß und Erfolg.

Dieter Fröndt

Vorsitzende Boxsportabteilung des SV – Menden